Geschichte(n)

Geschichte und Geschichten von Finkenwerder

Hamburgs maritimer Stadtteil Finkenwerder hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Er wurde erstmalig im Jahre 1236 urkundlich als Vinkenwerder erwähnt und liegt heute mitten im Westen von Hamburg zwischen Alter Süder- und Norderelbe,

Die Elbinsel entstand durch das Auseinanderbrechen der Insel Gorieswerder in mehreren Sturmfluten zwischen 1192 und 1236, sowie in der Allerkindleinsflut im Jahre 1248.

Der nördliche Teil war seit 1445 hamburgisch und hatte seit 1919 den Status eines Vorortes. 

Der südliche Teil von Finkenwerder gehörte bis 1814 zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, bis 1866 zum Königreich Hannover, danach zu Preußen und ab 1937 wurde die Teilung entlang des Finkenwerder Landscheidewegs aufgehoben.

Bereits im 13./14. Jahrhundert begann man mit der Eindeichung, die jedoch erst Anfang des 17. Jahrhunderts abgeschlossen wurde. 1801 schuf der Hamburger Ratsherr Wilhelm Amsinck das Finkenwerder Deichwesen, das zur Verbesserung der Sicherheit vor Sturmfluten führte.

Die Deichkrone zwischen Steendiek und Auedeich wurde bebaut und die Häuser sind dort zum Teil heute noch vorhanden.

Im Nordosten waren vorwiegend Fischer ansässig und weiterhin wird auch heute viel Obst angebaut.

Die schöne, aber nicht ungefährliche Lage stellte harte Anforderungen an das Leben der Einwohner und schuf so den starken, stolzen, auch eigenwilligen, heimatverbundenen, aber dabei freundlichen Menschenschlag.

Karte: (für größere Ansicht anklicken) Gustav Adolf von Varendorf, 1762, © wikimedia … Finkenwerder ist dort noch geteilt, d.h.: nördlich ist die Hamburger Siet / südlich die Lüneburger Siet / Pagensand (heute: Aueinsel), Dradenau, Mühlen Fleth (heute: Köhlfleet), usw.

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Das kleine Finkenwerder Trachten- und Heimatmuseum

Das kleine Finkenwerder Trachten- und Heimatmuseum wurde 1994 von Jutta und Helmut Vick im Brack 30 eröffnet.

Zu sehen gibt es Trachtenstücke von der Haube bis Hausschuh, Küchengeräte vom Gropen (Kessel) bis zum Stootfatt (irdener Durchschlag), Geräte vom Reetschneider bis Kleigroverschüffel (Schlickschaufel), Möbel vom Schrank bis Füerkiek (Fußwärmer), auch Kinderspielzeug, Stickmustertücher, Trachten-Schmuck und vieles mehr (s.a. Kulturkreis Fkw.). … Einen Besuchstermin bitte telefonisch vereinbaren: Telefon: (040) 743 41 86.

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Finkenwerder Trachten in heutiger Zeit

Eine schöne Tradition: die erste Führung von Gisela Behrens war im September 1988 mit dem Alpenverein, Sektion Niederelbe und zuletzt kam eine Abteilung von Lufthansa im September 2017. Dreugt Fisch (getrocknete Fische, Schollen) und Finkenwerder Herbstprinz (Apfelsorte) durften nicht fehlen! Zur Finkenwerder Deichpartie 2017/2019 gab es auch Kirchenführungen.

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En Finkwarder Jung: Rudl Kinau

Bi „Wi snackt Platt“ geiht dat dütmal üm den Finkwarder Autor un Verteller Rudl Kinau, de vör 45 Johr storven is.

15 Min. | 20.11.2020 © ARD NDR 90,3

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Tor-Restaurierung beim Alten Friedhof

13.03.2021 … das Prunktor zum Alten Friedhof am Finkenwerder Landscheideweg wird vom Zimmerleute-Kollektiv saniert. Die Konstruktion der Toranlage aus Holz (nach Entwürfen von Fritz Schumacher 1927) war teils bedenklich morsch. … Abb./Foto: © Denkmalschutzamt, Hamburg und butt restaurierungen, Lübeck.

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Die Finkenwerder Geschichtswerkstatt in der Fritz-Schumacher-Kapelle

Die kleine Fritz-Schumacher-Kapelle auf dem Alten Friedhof Finkenwerder wurde 1926 entworfen und 2015 vor dem Abriss gerettet. Sie ist Sitz der Finkenwerder Geschichtswerkstatt.

Finkenwerder Zeitzeugen: PAUL KÜLPER (1908 – 2001) Seefischer und Segelmacher erzählt aus seinem Leben.

 

Zeitzeugen: Seefischer Hans Heini Mohr – Ausschnitt aus dem TV-Film „Finkenwerder-Veränderungen um jeden Preis“ (1979 zur Hafenerweiterung), von Helmke und Peter Kaufner

Zeitzeugen: Schmied Joachim Bastian – Ausschnitt aus dem TV-Film „Finkenwerder-Veränderungen um jeden Preis“ (1979 zur Hafenerweiterung), von Helmke und Peter Kaufner

Videos © Helmke und Peter Kaufner, Finkenwerder Geschichtswerkstatt … finkenwerder-geschichtswerkstatt.de

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Hafenerweiterung von Hamburg

Die Hafenerweiterung hat in Hamburg eine lange Tradition und es wurden einige Stadtteile dafür geräumt. Die Speicherstadt ist ein Beispiel und das Hamburger Hafenerweiterungsgesetz 1961 bezog sich auf Altenwerder und Moorburg.

1973 wurde vom Hamburger Senat die Räumung von Altenwerder beschlossen. Auch der 1989 vorgestellte Hafenentwicklungsplan hielt an der Hafenerweiterung im Süderelberaum fest. Bis 1998 wurde Altenwerder, trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung, vollständig geräumt und abgerissen, lediglich die Kirche und der Friedhof blieben bestehen. … Die aktuelle Planung bis 2025 zeigt vorerst einen stetigen Wandel … die Abb. links ist von 1979.

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Fotos, links: „De Oole Wach“, das Vereinshaus der norddeutschen Folklore-Gruppe Finkwarder Speeldeel. (ehem. Polizeiwache im Zentrum) / rechts: Fachwerkhaus von 1817 am Auedeich, © Drohbergsfotos, CC BY-SA 4.0, 17.10.2020, wikimedia.org

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